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Long-Range-Quadrocopter Part 2

Thema Akku: Nach dem grundlegenden Aufbau des Neuen – bzw. überarbeiteten Rahmen – und einer vorläufigen Dimensionierung der technischen Komponenten des neuen Setups, kommen wir zum vermutlich wichtigsten Teil der Ausrüstung: Dem “LiPo”.

Um zu verstehen, wie nachher der neue Akku dimensioniert werden muss, um >= 1 Stunde Flugzeit zu erreichen, ein kleiner Ausflug in die Akkukunde:

Bei den herkömmlichen für den Modellbau erhältlichen Akkus gibt es eine standardisierte Belegung der Anschlüsse, die sich aus dem Muster der inneren Verschaltung ergibt:

 Lipo_001

Quelle: http://www.mikrokopter.de/ucwiki/LiPo

Wir haben also hier einen “Hauptstromanschluss”, an dem die Gesamtspannung der Zellen anliegt und einzelne Abgriffe, die in das sogenannte Balancerkabel münden.

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Long-Range-Quadrocopter Part 1

So, wie bereits angekündigt, hier das – vorläufige – Setup für den Long-Range FPV-Quadcopter mit mindestens 60 Minuten Flugzeit. Ich sags gleich, das Zusammenstellen der Komponenten ist eine Sisyphusarbeit… 🙁

Für die Lesefaulen HIER ein direkter – immer in Überarbeitung befindlicher – Link zur aktuellen Komponenten-Liste.

Also, was sind die wichtigsten Punkte?

1. Gewicht
2. Gewicht !
3. Gewicht !!

Nein, im Ernst: Klar ist, dass der Copter in Wirklichkeit quasi nichts anderes werden darf als ein fliegender Akku, sonst ists nix mit Streckenflug. Dank der inzwischen frei auf dem Markt erhältlichen Sony US18650NC1 LiPozellen, bzw. dem Pendant hierzu von Panasonic, ergibt sich die Möglichkeit bei z.B. einem Akkugewicht von rund 500 Gramm gegenüber den Standard-LiPos mehr als die doppelte Wattleistung unter den Copter zu hängen .

Aber: Die üblicherweise im Modellbau genutzten LiPos sind auf Hochleistung ausgelegt, will heißen: Ich möchte 5-10 Minuten lang die maximale Kraft aus meiner Motor-Propeller-Kombination rausholen. Ist für einen Streckenflieger natürlich uninteressant, hier geht es um eine maximale Kapazität bei einer Vergleichweise geringen C-Stärke. Hier kommen die neuen Sony und Panasonic-LiPos ins Spiel. Sie bieten bei deutlich weniger Gewicht mehr als die doppelter Leistung bei !Vorsicht!: gerade mal 2C !

  • Randnotiz: Was ist “C”? Dieser Wert zeigt an, wie viel Strom der LiPo maximal liefern kann. Der Wert C bezieht sich auf die LiPo-Kapazität.
  • Beispiel: Ein LiPo wird mit 3000mAh und 20C angegeben. Die maximale Stromstärke wird nun wie folgt errechnet:
  • (3000mAh/1000) x 20C = 60 Ampere Ein solcher LiPo kann also 60A Leistung abgeben.

Ergo müssen wir dafür sorgen, dass ein Copter mit gut 80cm bis 1m Spannweite vernünftig bewegt werden kann, obwohl ihm nie mehr als max. rund 15-20 Ampere Leistung zur Verfügung stehen dürfen. Und selbst das ist dann schon mehr als grenzwertig für die “kleinen” Zellen.

Auf eine genaue Dimensionierung der neuen Akkus gehe ich später noch mal gesondert ein…

Warum überhaupt 80-100cm Spannweite? Weiterlesen

Quadrocopter V3.2 Zusammenfassung

Copter V3.2 (Foldable Quadcopter in 56er Spannweite mit 10er Props)

 Da inzwischen doch einige gefragt haben, was die Konfiguration meines aktuellen Copters anbelangt, hier mal eine kurze Zusammenfassung des Setups und kurze Rezession zu den Flugeigenschaften:

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Beschreibung:

Rahmen: Für den einfacheren Transport sollte es was Falltbares sein. Hier bietet sich der relativ günstige und frei konfigurierbare Rahmen „Alien 560“ von Hobbyking an. Zusammengeklappt passt der Copter jetzt locker zusammen mit Ladegerät, Werkzeug und Propeller in meinen alten Fotokoffer. Dank der GFK-Rohre können die Kabel der Motoren außerdem sauber ins Innere verlegt werden. Auf das hohe Landegestell habe ich hier verzichtet, da ein Gimbal unter diesem Copter nicht angedacht ist, das Gewicht kann man sich also sparen.

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Als Motor und Prop-Kombination bieten sich bei einem 50er Rahmen die inzwischen vielfach bewährte 900-1000kv an 9er oder 10er Props an. Ich hab mich aufgrund der guten Rezessionen für die SunnySky 2212 mit 980kv entschieden, die in Verbindung mit 10×4,7 Carbon-Propellern einen kräftigen Durchzug bieten.

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Die ersten gekauften ESCs von einem umgelabelten chinesischen no-Name Hersteller beschloss ich zu ersetzen, nachdem die Bewertungen der AFRO-ESCs doch durchweg positiv ausfallen und ich schon lange ein Auge drauf geworfen habe. Auf die AFROs mit SimonK-Software umzusteigen hat sich inzwischen auch als goldrichtig erwiesen. Dank des neuen Platinenlayouts entfallen die Kühlkörper komplett, was enorm Gewicht einspart. Und eine Diode, die den Betriebszustand anzeigt ist inzwischen ebenfalls mit an Board. Hier ein dickes Lob an die Jungs aus China, denn selbst wenn der Gasfuss minutenlang durchgedrückt wird, sind die Dinger gerade mal handwarm.

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Die NAZA Lite von DJI hat gute Dienste geleistet, die bleibt auf jeden Fall am Start.

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Tja, die Akkus… 3S der doch 4S an den SunnySkys? Den 3S hab ich hier liegen, ergo schauen wir uns die Flugzeiten damit mal an. Hier steht noch ein bisserl Recherche aus, ob 4S im Schnitt tatsächlich mehr Flugzeit bringen – trotz des höheren Gewichts des Akkus bei gleicher Kapazität von 4000mAh.

Was mir immer auf den Keks geht, ist die Verkabelung. Ich hatte hier noch ein 45er PCB rumfliegen – keine Ahnung wie hoch die maximale Belastung des china-Boards ist – also ist der erste Schwung ESCs, das Akkukabel mit XT60 Anschluss und ein Anschlusskabel für die NAZA noch mit viel Aufwand direkt dort angelötet worden. Da das Board auch bei Vollgas – also bei gut 100A – nicht abgeraucht ist, schien es das wohl auszuhalten 😉 Aber: Das Ganze ist dann furchtbar unhandlich und klappert ohne extra Befestigung im Bauch des Copters rum. Suboptimal. Die AFROS haben deswegen auch direkt einen neuen Silikon-Kabelsatz bekommen, der deutlich einfacher zu verbasteln ist und jetzt für ein vernünftiges Kabelwerk im Inneren sorgt. . Gut, genug Text. Hier die endgültige Ausstattung des V3.2:

 

Einkaufliste:

Motoren: SunnySky 2212 980kv
ESCs: 30A AFRO HK-ESC mit SimonK
Propeller: 10×4.7 Carbon Fiber
Rahmen ink. Arme: Alien 560 Folding Quad-Copter Carbon Fiber
LiPo: 3S 4000mAh 35-70C
NAZA Lite + GPS
FrSky Receiver mit Turnigy 9XR openTX

AUW: 1370gr
Flugzeit Hovern: ca. 15min / Heizen: ca. 10min

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Fazit:

Die Erwartungen wurden erfüllt. Das Moped ist schön agil und gibt schon im Atti-Modus richtig Gas. Hab neulich ein Fahrzeug auf der Landstraße verfolgt – also scheint die Geschwindigkeit schon gut über 80km/h zu liegen. Im GPS-Modus hält er perfekt die Position, hier zeigt sich wieder die Qualität der NAZA-Flugsteuerung.

Cruisen im Atti-Modus: Ein Traum! Kurz angetippt und auf Schwung bringen, Gas runter auf 50% und dann mit Quer-/ und Seitenruder perfekte Schwünge ziehen. Herrlich, hier sind die AFROs absolut unschlagbar, kein Zucken nervöser Props an den Armen und eine super weiche Steuerung selbst bei langgezogenen Kurven mit starkem Wechsel vom Gleitflug in den Sinkflug mit anschließendem Abfangen und brachialem Beschleunigen. Er liegt in der Luft wie eine Eins. So muss das!

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Im ACRO-Mode (manueller Modus) spürt man das Gewicht dann schon deutlicher, hier muss man nach einem Flip schon kurz beherzt aufs Gas treten um ihn wieder zu fangen – aber bei 50cm Spannweite war klar, dass es sich hier um einen Allrounder handelt und keinen reinen 3D-Copter. Passt also. Hier kann jetzt auch locker ein Gimbal + GoPro an den Bauch gehängt werden – das wird ihn relativ wenig beindrucken.

 

Flugzeit: Passt zur Konfiguration. Cruisen und Spass in einem. Also im üblich Rahmen zwischen 10-15 Minuten. Hier eine Aufnahme des Timers bei 13:51 Minuten nach einem netten Mix aus Cruisen und ein bisserl Heizen:

 

IMG_20140721_191455.jpgMir ist es schon fast zu wenig, aber wer mal ordentlich Feuer geben will, der kann halt keinen 2-Flugstunden-Copter bauen 😉

 Oki, soweit die Zusammenfassung, wenn Fragen zum Setup sind, quatscht mich am besten einfach in Facebook an…

UPDATE: Nach einem Blick über die letzten Entwicklungen im Copterbau, habe ich beschlossen zusätzlich einen Neuen aufzusetzen, bei dem schlicht und einfach das Ziel ist mindestens 60 Minuten Flugzeit am Stück zu haben. Mit der neuen Generation der 18650er Akkus statt der handelsüblichen dicken Modellbau-LiPos ist das ja jetzt endlich möglich.

Ein reiner Reichweiten-Cruiser also. Daran ein 433/900MHz FPV-Set und ab die Post. Dazu aber mehr im nächsten Projekt, wenn es heißt: „Quadrocopter V4.0: Long-Range FPV“…

Quadrocopter (Tutorial 4) Heißes kurzes Update zum Mainboard…

35 Grad im Schatten, die richtige Zeit um in der Sonne sitzend etwas an der Programmierung zu feilen. Denkste. Nichtsahnend auf dem Balkon gesessen, das Board an den Läppi per USB, Funke daneben um die Reaktionen zu testen und dann sowas: Das gerade bearbeitete Update geflasht und die Werte spielen völlig verrückt. Ok, alles noch mal kontrollieren. Irgendwo nen falschen Wert ausgeklammert oder nen Zahlendreher drin? Nix, alles in Ordnung. Hat die Funke vielleicht nen Schlag weg nach dem letzten flashen? Ne, sieht auch gut aus. Also mal kurz den Finger auf den Prozessor gehalten beim Kabelkontrollieren und… autsch! Sauheiss das Ding. Glüht wie ne Herdplatte. Und wenn man ehrlich ist – riechen tuts hier auch irgendwie komisch. Also erst mal Strom ab, abkühlen lassen und in der PC-Bastelkiste nen passenden Lüfter besorgen. Leider nix vernünftiges dabei, aber nen alter schicker Kühlkörper samt “Prozessor-Uhu” ist doch noch aufgetaucht.

Nun erfreut uns die CPU in einem strahlenden blau 😉 Egal, hat geholfen.

Bei der Gelegenheit mal ein kurzer Überblick über ein paar Dinge, die sich darauf tummeln:

– Punkt 1 ist der Signaleingang vom Empfänger kommend. 8 Kanäle analog oder halt ein paar mehr im PPM-SUM-Signal rein digital. Hier verrichten schlicht drei Servokabel ihren Dienst, da man ja einen Stecker zur Befeuerung des Receivers mit Strom bedient – also “richtig” anschließt, die anderen Kabel müssen die restlichen Kanäle dann nur noch als Datensignal übergeben. Hier spart man also schon mal einiges an Kabeln, Gewicht und Steckern.

– Punkt 2 ist der Anschluß des GPS. Schlicht Masse, RX, TX und 5V. Wie immer dran zu denken, dass RX und TX auf dem Weg zum GPS gekreuzt werden müssen. Das ist übrigens COM2 auf diesem Board von insgesammt 5 seriellen Eingängen, die zur Verfügung stehen. Hier kann man sich also wirklich austoben und Platinen jeglicher Art anschließen. Bluetooth, LCD-Displays, LED Steuerungsmodule, etc…

– Punkt 3 ist dann der Ausgang zu den Motoren. Da ich mich aus Sicherheitsgründen für einen UBEC – also einen zusätzlichen Spannungswandler, der aus dem Hauptakku gespeist wird um das Mainboard mit Strom zu versorgen – entschieden habe, sitzen die ESC-Kabel der Motoren auf ihrem Vorgegebenen Platz, während der achte Ausgang als Input die kontrollierten 5V des Spannungswandlers- / Wächters bekommt. Hier ist dann natürlich zu beachten, dass die Plus-Kabel der ESCs vorher aus den Steckern gezogen werden um ein elektrisches Chaos zu vermeiden.

– Punkt 4 sind die netterweise auf diesem Board schon vorhandenen Anschlüsse für ein Gimbal – also für ein sich selbst levelndes Trägersystem für Kameras. An diesen Ausgängen wird bereits das passende Servo-Signal zur Korrektur des Winkels verbauter Kameras ausgegeben, so dass die Bewegungen des Copters im Video nachher nicht spürbar sind.

– Punkt 5 ist der Micro-USB-Stecker. Saupraktisch, Stecker dran ohne großes Gefummel, das Board bootet ohne Akku hoch und ist aktiv. Allerdings muss ich die Masselötstellen des Stecker-Gehäuses noch mal ordentlich überarbeiten, hier hat der Hersteller etwas an Lötzinn gespart und früher oder später ist der Adapter locker.

– Punkt 6 ist mein Sorgenkind: Das Barometer. Ich hatte in einigen Foren schon gelesen, dass es oft Probleme beim automatischen Leveln des Copters durch das sogenannte Propeller-Washing gibt. Bin aber bis jetzt davon ausgegangen, dass aufgrund der langen Arme kaum eine Beeinflussung durch die Propeller statt finden sollte. Soweit die Theorie. In der Praxis auch nicht ganz falsch, allerdings schwebt die Kiste ja nicht einfach nur 10 Minuten lang dumm rum, sondern man bewegt den Copter ja auch mal etwas zügiger durch die Gegend. Und hier zeigt sich dann doch, dass auch der Fahrtwind böse auf die Feinmechanik drückt und der Copter eher einem Känguru auf Speed ähnelt als sanft dahingleitend seine Höhe hält. Abhilfe soll hier ein Stück Schaumstoff bringen, welches man schlicht über das Baro stülp und – tja, festklebt? Tolle Wurst, das krieg ich nie wieder runter wenns dreckig ist… Naja, irgendwas ist immer  😉

 

Quadrocopter (Tutorial 3) Kalibrierung und Flugmodis

Kalibrierung des Copters

1. Beschleunigungssensor (engl. ACC sensor)

Befor man den ersten Flug antreten will, ist es wichtig, den ACC sensor zu kalibrieren. Wir kalibrieren den ACC sensor am besten über die MultiWii Config oder über die MultiiWii GUI. Habt Ihr nämlich nach dem Zusammenbau eine neue Software auf das Board geflasht – was zu 99% der Fall sein dürfte – , so sind die Einstellungen unbrauchbar und in diesem Fall ist eine frische Kalibrierung zwingend erforderlich.

Stellt den Copter also auf den Tisch und versucht ihn so gut wie möglich zu wassern – also mit einer Wasserwage plan zu stellen. Dann mit dem USB-Kabel verbinden und das MultiWii-Tool auf dem Rechner starten. Den COM-Port auswählen und eine Kommunikation herstellen. Jetzt schaut Euch den grafischen Output des ACC sensor an: Die Werte für PITCH und ROLL sollten nahe bei “0” liegen, und nahe bei  256 ODER 512 in der Z-Achse. Eine Abweichung von max. 10 Punkten ist gerade noch in Ordnung. Stimmen die Werte nicht, so ist die Kalibrierung zwingend nötig.

Wie wird der ACC sensor überhaupt verwendet?

Über diesen Sensor versucht der Copter die Ausrichtung des Mainboards (Orientation) auf Eurem Frame bezogen auf die Gravitationsrichtung der Erdoberfläche zu ermitteln. Funktioniert im groben genau so, als würdet Ihr aufrecht stehend mit geschlossenen Augen euer Gleichgewicht halten. Technisch gesehen regulieren der ACC sensor und unser Gleichgewichtsorgang bei Veränderung die Lage durch Impulse. Auf dem Mainboard befindet sich ein kleiner (seeeehr kleiner) Chip mit micro-mechanischen Innenleben, der in der Lage ist, alle drei Achsen der Gravitation gleichzeitig auszuwerten. (PS: Das ist kein Gyro, der, bzw. die Gyros sind noch einmal extra auf dem Board.)

Also, die Lageerkennung bezogen auf unseren Planeten ist Grundlage um eine Ausrichtung zu erkennen. Zwar könnten Multicopter auch alleine mit Gyros fliegen um eine VERÄNDERUNG der Lage zu messen, es würde aber der Bezugspunkt zur AUSGANGSLAGE fehlen. Erst die Kombination dieser beiden technischen Raffinessen fusioniert zu einer sehr stabilen Fluglage.

Außerdem wird der ACC sensor für das sogenante “altitude hold feature” benötigt. In diesem Fall ermittelt der Sensor die Abweichung zur zuletzt gemessenen Position in der vertikalen Richtung. Die Werte der Z-Achsen-Veränderung fließen dann in die Berechnungen des “altitude hold feature” in Kombination mit dem Barometer mit ein. Hier zeigt sich auch, ob das Board einen vernünftigen Prozessor hat, der zügig arbeitet.

Die Kalibirierung nun in der Praxis:

Die Kalibrierung ist ein relativ simpler Prozess. Wichtig ist, dass das Board absolut waagrecht steht und sich während der Kalibrierung nicht bewegt. Klickt dann auf den CALIB_ACC Button und wartet ein paar Sekunden. In der Grafik sollte sich die blaue Linie jetzt ausrichten, also kurz fallen oder steigen und dann wieder in Ruhe-Position kehren. Nach der Kalibrierung sollten nun die oben bereits erwähnten Werte für PITCH / ROLL und Z-Achse ausgewertet werden. (0 / 0 / 256 o. 512)

Bild: Kalibirierung des ACC in der MultiWii Config

2. Magnetfelderkennung bzw. Kompass (engl. MAG)

Während der ACC sensor-Kalibrierung musste während des Prozesses der Copter absolut ruhig stehen. Während der MAG-Calibration ist das komplette Gegenteil der Fall: wir wollen innerhalb des Zeitfensters von 30 Sekunden (MultiWii Gui 2.2 = 1 Minute) jede mögliche Fluglagenveränderung erfassen. Hier passiert auch oft der größte Fehler der Multicopter-Neueinsteiger. Wird der Copter in dieser Zeit nicht richtig bewegt, reagiert das MAG nachher… naja, sagen wir unberechenbar – und das Board schickt euren Copter innerhalb von Sekunden nach dem Abheben durch die Hölle.

Bereit? Dann klickt auf den CALIB_MAG Button. Jetzt wird wieder der Kalibrierungsprozess gestartet und man hat je nach Softwareversion 30 Sekunden bis 1 Minute Zeit. Die LEDs sollten in dieser Zeit hektisch blinken. Um nun eine vernünftige Kalibrierung durchzuführen empfehle ich folgende Schritte:

  1. Dreht den Copter einmal um die Hochachse, also einmal rund um den Kompass mit der Nase von Süden nach Westen oder Osten und so weiter.

  2. Jetzt ein Mal komplett um die Längsachse um 360°

  3. Und als letzte Drehung einmal komplett um die Querachse um alle Richtungsänderungen erfasst zu haben.

  4. Als letzten Punkt gaukelt ihm ein paar Flugbewegungen vor, egal welche, hauptsache der Beschleunigunssensor bekommt zusätzlich was zu tun. Denkt dran, dass der Copter am USB-Kabel hängt, also bitte nicht zu weit werfen… 😉

  5. Beendet Euren Tanz, wenn die LEDs wieder normal blinken oder leuchten, spätestens nach 1 Minute sollte dies der Fall sein.

Theoretisch ist das Mainboard nun voll kalibriert 🙂

Überprüfen der Kalibrierung:

Jetzt wo alle Lageänderungen erfasst sind, sollten alle Anzeigen bei Bewegungen des Copters weich aber exakt reagieren. In der Grafik eurer MultiiWii GUI sollten – einen entsprechend leistungsfähiger PC Vorrausgesetzt – keine Sprünge, panische Wechseln zwischen Werten oder Desorientierung des Kompass zu sehen sein. Sogar wenn man mit Gewalt den Copter schlagartig von WEST auf NORD dreht, sollte der Prozessor über den ACC dem Kompass in den Hintern treten und die Richtung nach weinigen Millisekunden wieder stimmen. ohne sekundenlang Abzudriften.

 

3. Flug-Modis konfigurieren

MultiWii Flight Controller sind mit vielen Flugmodis vertraut. Zum Beispiel Acrobatic, Auto-level, Altitude Hold und Head Free. In den Voreinstellungen ist der Acrobatic mode aktiviert, seit ihr also unerfahrene Flieger, so werdet ihr höchstwahrscheinlich einen anderen Modus zum Start bevorzugen. Aus persönlicher Erfahrung würde ich dies auch dringend empfehlen… ^^

Also startet man am besten mit einem einfachereren Flugmodus, wie dem  Auto-level mode mit aktiviertem Heading Hold. Das Ziel im folgenden Text soll also sein, zwischen den gewünschten Modis über die Funke umzuschalten.

Zuweisung der Schalter an der Ferbedienung:

Die meisten Fernbedienungen haben eine Reihe zusätzlicher Schalter, die zur Programmierung auf Fahrwerk, Klappen, und Flugmodis ausgelegt sind. Wir müssen jetzt also dafür Sorgen, dass die Schalter entsprechend unseren Wünschen passenden Kanälen des Receivers und somit dem Mainboard zugewiesen werden. Im Falle des MultiWii-Mainboardes also AUX1, AUX2 und so weiter. Fernbedienungen nutzen keine Begriffe wie AUX1, sondern bieten einfach die Zuweisung der Schalter an Kanal 5-9 an. Allerdings sind diese Kanalbelegungen in den Default-Einstellungen der meisten Funken nicht zugewiesen, wir haben also die Schalter auf der einen Seite und den Receiver auf der anderen Seite, aber es besteht noch keine Verbindung.

Da jede Funke anders Aufgebaut ist, kann und werde ich hier auf die Schalter-Kanal-Zuweisung nicht eingehen. Hier hilft euch das Handbuch oder Tante Google aber sicher schnell weiter. Falls ihr eine Turnigy Fernbedienung habt, empfehle ich auf jeden Fall erst mal eine vernünftige Software auf das Gerät zu flashen (wie z.B. openTX oder ähnliche; Tutorial folgt), denn sonst ist die Zuweisung der Kanäle relativ nervig und ähnelt in ihrer Komplexität der Raketenwissenschaft…

Flug-Modi Konfiguration

Die “AUX-Mode Matrix” oder auch das Geheimnis der Flug-Modi-Schalter-Kanal-Zuweisung:

Ist mein 3-Wege-Schalter (F.MODE) in Top-Position, zeigt die MultiWii GUI (nach erfolgter Kanalzuweisung in der Fernbedienung)  auf “Kanal AUX1” den Wert LOW (1000us) an. Mit diesem Parameter möchte ich jetzt z.B. den ANGLE mode aktivieren. Entsprechend muss nun in der Flight Mode Matrix unter AUX1 das passende Kästchen – also das Erste (Spalte LOW), bezeichnet in der Reihe ANGLE angehakt werden. Ist mein 3-Wege-Schalter in der mittleren Position, zeigt AUX1 jetzt MID grün (1500us). Nun soll der HORIZON mode aktiviert werden, ergo muss das Kästchen in AUX1 zweite Spalte (MID) in der Reihe HORIZON angehakt werden. Mit meinem 3-Wege-Schalter ganz nach unten geklapt, zeigt AUX1 dann HIGH. Dort möchte ich erst mal keine Aktionen und würde mich damit im Acrobat mode befinden (Zur Erinnerung: keine Unterstützung durch das Board). Entsprechend lösche ich alle Kästchen in der dritten Reihe (HIGH) von AUX1. Soviel zur Theorie, am besten versuche ich Euch die Modis mal grob zu beschreiben, damit ihr euch die Einstellungen für die Matrix selbst zusammenstellen könnt:

  • Acrobatic Mode

  • Acrobatic Mode ist sozusagen das “echte” ESP- und ABS-lose Fliegen. Hier reagiert der Copter stur auf eure Eingaben an der Funke ohne darüber nachzudenken. Als erfahrener Pilot werdet ihr wahrscheinlich oft in diesen Modus switchen. Hier lassen sich dann Problemlos Flips, Rollen, Vollgas-Horizontal-Flüge und vieles mehr realisieren!

  • Auto-Level

  • Auto-Level Mode (ACC oder ANGLE) ist, wenn das Mainboard den Copter in Waage zu dem Schwerkraftfeld des Planeten hält. Man könnte auch waagrecht sagen 🙂 . Gebt ihr in diesem Modus keinen zusätzlichen Input, levelt sich der Copter automatisch, selbst wenn er durch den Seitenwind währendessen versetzt wird. Denkt daran: Das ist nicht “position hold”! Wind oder andere Beinflussungen können den Copter weiterhin versetzen, er behält trotzdem aber stur seine waagrechte Lage bei. Im Gegensatz dazu, seit ihr im acro mode, kippt der Copter ohne Eingriff bei Böen einfach zur Seite weg!
    Update: Ab MultiWii version 2.1 wurde der ACC mode unbenannt in ANGLE mode.

  • Flip Trainer

  • Flip training HORIZON mode ist eine Kombination des ACC/ANGLE mode und dem acrobat mode (kein auto-level). Bewegt ihr die Sticks an der Funke nicht, so levelt der Copter automatisch, aber greift ihr zum Seiten- oder Querruder switcht er sofort in den acrobat mode. Dieser Modus wird deshalb auch flip-trainer genannt. Er erlaubt durch zügigen Einsatz der Ruder einen Flip auszuführen, stabilisiert sich aber nach dem Loslassen der Sticks nach der Rolle auch wieder automatisch. Es funktioniert grandios und ist ein geniales Feature, aber kann natürlich bei Verzögerungen in der Berechnungen des Prozessors zu starkem Höhenverlust führen bis er sich wieder levelt. Also bitte nicht in Nähe des Bodens ausprobieren!

  • Heading Hold

  • Compass Hold (MAG hold): Ist MAG hold aktiviert, Richtet der Copter seine Nase immer in die gleiche Kompass-Richtung. Man kann ihn dann drehen und weiterfliegen, er merkt sich die neue Position der Nase und behält sie wieder brav bei, auch bei Störeinflüssen wie Böen oder schrägem Seitenwind. Der Modus ist vor allem für Anfänger recht praktisch, da man sich keine Gedanken um eine ungewollte oder aufgrund der Entfernung schlecht sichtbare “Nasenveränderung” während des Fliegens machen muss. Nur der eigene Einfluss am Seitenruder bewirkt auch eine definierte Drehung des Copters.

  • Head Free

  • Head free (Care free) mode nutzt intensiv den Kompass (na, schon sauber kalibriert? 😉 in Verbindung mit der letzten bekannten Position beim Start, um die Knüppelbewegungen der Funke aus der Perspektive des Copters in die Perspektive des Piloten umzusetzen. Denn gerade als Anfänger ist es unheimlich schwer, die Orientierung des Copters auf die eigene Perspektive umzusetzen. Für viele ist es am Anfang nicht einfach – und da gehöre ich wohl leider auch zu – sich ständig vorzustellen man säße auf dem Copter. Durch den head free mode wird diese Hürde umgangen! Der Copter ist schlau genug um sich vorzustellen wo du bist und setzt die gewünschte Knüppelbewegung exakt passend in deine Perspektive um. Es gibt keine “Front” mehr am Copter, egal wo er seine Nase hat, er reagiert brav auf die gewünschte Richtung. Ziehe ich nach lnks, geht er nach links, drück ich nach vorne fliegt er nach vorne, usw… Aber Vorsicht, wer sich in diesem Modus umdreht und den Copter an sich vorbeifliegen lässt sollte rasch umdenken. Denn der Copter geht davon aus, dass ihr immer in der gleichen Himmelsrichtung zu ihm steht!

  • GPS Features

  • GPS Position Hold erweitert den auto-level mode um eine vollautomatische Park-Position. Dieser Modus wehrt sich mit aller Kraft gegen eine Lageveränderung aller drei Achsen bezogen auf sein derzeit gültiges GPS-Signal, Barometer, Accelerometer etc. Bei korrekter Kalibrierung und sauberen Aufbau eures Copters sollte er in diesem Moment Wind und Wetter trotzen ohne seine Position zu verlassen 😉 !

  • GPS Return to Home (RTH): Das geilste Feature überhaupt! Bei Aktivierung übernimmt das Mainboard die komplette Kontrolle über den Copter, berechnet einen Kurs, dreht ihn in Flugrichtung, levelt ihn und fliegt zu der durch das beim letzten Starten (Armen) festgelegte Position zurück – also quasi “nach Hause”. Ihr habt die Orientierung während des Copterfliegens verloren? Oder ihn sogar aus den Augen verloren? Schaltet einfach das GPS RTH an und er kommt brav zu euch zurück, landet und schaltet sogar die Motoren aus.

Aber Vorsicht: Solange euer Copter nicht mit zusätzlichen Sensoren ausgestattet ist, fliegt er “blind” und im Gottvertrauen, dass ihm nichts und niemand im Weg steht. Bäume oder herumstreunende Passanten wurden schon manch einem Copter auf dem Rückweg zum Verhängnis. Auch landet er ohne zusätzlichen Abstandssensor am Unterboden unter Umständen relativ unsanft auf dem Asphalt, da weder GPS noch Barometer wirklich Zentimetergenau arbeiten. Soweit ich mitbekommen habe ist dies trotzdem eine wilkommene FailSafe-Einstellung, denn bequemer kann man es bei Verbindungsabbrüchen nicht haben… 😉

Soweit erst mal ausführlich die Kalibrierung und eine zusammenfassende Beschreibung der Flugmodis. Natürlich sind alle Angaben wie immer ohne Gewähr, ich habe mein Wissen erst seit kurzem Erflogen und vor allem die Trimmung der PID-Werte, die ich hier noch nicht behandelt habe, läßt viele Variationen zu und kann das Flugverhalten stark beeinflussen.

 

Quadrocopter (Tutorial 2) MultiWii Pro Mainboard Firmware

So, die Hardware steht – mehr oder weniger. Jetzt geht es ans Eingemachte. ESCs (also die Fahrtregler) muss man wohl programmieren, das heißt die Motoren auf den Gasweg und die entsprechenden Frequenzen einlernen. Noch nie gemacht. Außerdem ist die Fernsteuerung erst seit kurzem da. Erst mal auspacken und bestaunen:Entschieden hatte ich mich hier für die günstige Turnigy 8/9-Kanal Funke namens “9XR”, da bereits diverse Foren haufenweise Quellcodes zeigten und Positives über die Programmierung zu berichten wussten. Soll heißen, mit einem passenden USB-Programmer kann auf die Funke neue Software gespielt werden, die dann natürlich den eigenen Bedürfnissen angepasst ist. Voreingespeicherte Airplane-, Heli, oder Copter-Modelle, entsprechende Mischer und Optionen, saubere Menüführung – mehrsprachig natürlich, etc. etc… Denn eines wird einem schnell bewusst, wenn man sich nach Fernbedienungen im Modellbaubereich umsieht: Die Hardware ist bei allen ähnlich, da ist nix teures drin. Ein paar Potis, billige Druckschalter und auch bei deutschen Modellen irgendein “China-Board”. Sobald aber die Software mit netten Features strotzt, wird man schnell einige hundert Euro los. Das ist mit ein bisschen Fachwissen über Programmierung Quatsch. Also: Passende Hardware kaufen und dann mit selbst zusammengestellter Software was Vernünftiges draus machen. Dazu zuverlässige und moderne 2.4GHz digital-Sender- und Empfänger, Telemetriedaten mit dabei, hört sich gut an. Hier fiel die Wahl auf das FrSky DJT 2.4Ghz Combo Pack for JR w/ Telemetry Module & V8FR-II RX. Dank Digitaltechnologie und PPM-Summensignal, sind der Fantasie für Kanalbelegung, Mischerei und Features eigentlich kaum Grenzen gesetzt. Gut, aber nun zur Umsetzung…

Was die Software anbelangt um das MultiWii Pro Mainboard zu bearbeiten, war doch noch mal einiges an Recherche nötig. Dem Board muss klar gemacht werden, in welcher Konfiguration überhaupt geflogen wird. Meine Wahl ist ein X-Copter, das heißt die “Nase” des Kleinen liegt zwischen zwei Propellern. Dadurch ergibt sich auch die PIN-Belegung auf dem Board, in welcher Reihenfolge müssen die ESCs angesteckt werden und welche Kanäle sind dadurch schon mal belegt. Was verkraften die Motoren als “Leerlaufdrehzahl” (damit sie beim “Armen” überhaupt anspringen) und wie hoch kann maximal getaktet werden. Welcher der Motoren ist links- welcher ist rechtsdrehend? Alles Dinge, die im Quellcode erfasst und konfiguriert werden müssen. Dann hab ich ja noch ein GPS-Modul, welches an einem seriellen Port der Platine hängt. Auf dem Board steht hier: “GND, RX, TX, 5V”. Also Masse, Senden, Empfangen und Spannungsanschluss. Der Laie – wie ich – geht hin und verbindet also die vier Stecker parallel mit dem GPS, auf dem die gleichen Bezeichnungen stehen. Tja, aber dann haste halt nix GPS, denn logischerweise ist der RX-Kanal auf dem Board der TX-Kanal des GPS-Moduls und umgekehrt, denn wenn das Board einen Befehl SENDET (TX = Transmitt), muss das GPS-Modul den Befehl ja auch EMPFANGEN (RX = Receive). Hier werden die Kabel also gekreuzt.

Dann heißt es in der Beschreibung der Board-Software, das hier die Version 2 ausgeliefert wird. Tools zum Bearbeiten der Software gibt es aber schon mal mindestens zwei, nämlich Arduino 1.05 und MultiWiiWinGui 2.x auf unterschiedlichen Webseiten. Wichtig: Die Version der MultiWiiWinGui muss zur Version auf Eurem Board passen, arbeitet man also mit V2.1, kann auch hier nur die Version 2.1 der MultiWinGui den EEPROM des Boards passend beschreiben. In meinem Fall war es die Version 2.2 auf dem Board, somit arbeite ich im Moment auch mit der MultiWinGui 2.2 unter Windows. Was die Entwicklungsumgebung Arduino anbelangt, so ist hier natürlich der Quellcode entscheidend, der nach dem Start eingelesen wird. Beispiel: MultiWii PRO Flight Controller mit Software-Version 2.2 benötigt den passenden Quellcode MultiWii_2_2. Aber bevor das Ganze hier zu Theoretisch wird, ein paar Screenshots und kurze Beschreibung:

 

Die MultiWiiGui unter Windows bietet eine sehr nette Übersicht über die erfassten und noch zu konfigurierenden Optionen der vorhandenen Software. Nach dem Auswählen des passenden COM-Ports, an dem Euer Board unter Windows registriert ist, zeigt die Oberfläche live alle aktuelle Daten des Mainboards an. GPS-Signalstärke, Neigung, Beschleunigung, Winkel, (theoretische) Auslastung der Motoren, Kompass und vieles mehr. Unter den “RC Control Settings, können hier die in der Funke eingestellten Kanäle für verschiedenen Features belegt werden. Zum Beispiel RTH (Return to Home), BARO (Höhe halten), HEADFREE (relative Ausrichtung der Flugbewegungen zum Startpunkt), GPS-HOLD (Position durch GPS-Signal automatisch halten) und vieles mehr…

Zuvor aber habe ich die aktuellste Version der “Flug-Software” über die Arduino eingespielt:

 

… und das GPS angebunden:

Hier waren wieder die Google-Suche und verschiedene Foren sehr hilfreich.

 

Ok, die Theorie sieht gut aus. Anscheinend müssen die Sensoren des Mainboards aber noch kalibriert werden. Der Kompass muss wissen wo er seine Nase hat, und die drei Achsen der Gyros sollten ebenfalls einmal eine Runde “um sich selbst” gedreht haben, bevor die Platine den Copter vernünftig in der Schwebe halten kann. Dank der Buttons in der MultiWiiGui geht das ganze recht zügig und “der Gerät” sollte so langsam fliegen können. Also ab an den Flugplatz zur Kalibrierung und den ersten Start wagen. Copter, Akkus und Notebook eingepackt und während eines entspannten Sonnenuntergangs die ganze Geschichte erst mal vernünftig kalibriert…Im Quellcode befindet sich übrigens noch ein Zusatz zur GPS-Kalibrierung: Und zwar – die Flieger unter uns werden es wissen – die Deklination muss eingestellt werden.Auf dem Screenshot wahrscheinlich schlecht zu sehen, aber im Quellcode befindet sich die Deklinationsangabe, die man über eine Website ( http://magnetic-declination.com) erfragen und über die Formel “GRAD * BOGENMAß / 60” eintragen kann. Laut diverser Foren ist das wohl ratsam, da der Copter sonst nach der Aktivierung von RTH bei falschen Einstellungen in Windeseile in unbekannte Richtung Gas gibt und sich einen fiktiven Home-Punkt zur Landung sucht.

Gut, die Flasche Wein ist leer, der Kopf auch, also Schluss für heute, die ersten Ergebnisse gibt es in Part drei des Copter-Tutorials. Vorneweg: Die Flugeigenschaften des MultiWii-Boards sind besser als gedacht, der entscheidende Faktor steht immer hinter dem Sender… 😉

 

Quadrocopter (Tutorial 1) Fantasie vs Hardware

Papa braucht Spielzeug. Es muss was Technisches sein, was zum Basteln, zum Programmieren, soll fliegen können, und dank GoPro Fieber auch früher oder später was zum Filmen. Was liegt da näher als einen eigenen Quadrocopter zu bauen? Ok, erst mal das I-net durchwühlen und schauen was andere so auf die Beine stellen. Klingt erst mal gar nicht so schwer, also bin ich hin, und hab mir die ersten Teile für so ein Ding bestellt. Natürlich nicht von der Stange, Papa braucht ja was selbst-gebasteltes, sonst fehlt der Spaß ^^. Der TBS Discovery-Frame von einer kleinen Firma namens „Team Black Sheep“ hörte sich schon mal interessant an. Anscheinend kann man dort schon mal alles elektronische auf diesem Board unterbringen und vernetzen, selbst die Kamera, bzw. FPV Anbindung ist hier bereits mit eingeplant. Gut. Weitersuchen, was sagen die „Experten“ in verschiedenen Foren, was das Flugverhalten und darauf-bezogen vor allem die Filmerei anbelangt? Vier Arme sind Minimum, damit das Ding ordentlich in der Luft steht, der Schwerpunkt in der Mitte und die Arme vernünftig lang, damit das Ganze nicht wie ein Spielzeug hin- und herschaukelt und Vibrationen durch die Motoren schon mal weitgehend geschluckt werden. Also ab in diverse Online-Shops und ein paar vernünftige Arme bestellt. Carbon? Hört sich gut an, leicht und trotzdem robust. Dazu ein paar Befestigungen und irgendwas wo der Motor drauf kommt… Hier bot sich für den Start erst mal das Zubehör des Turnigy Talon V2 an. Ok, was fehlt noch? Motoren und entsprechende Regler, dazu ein Motherboard, was die ganze Geschichte dann auch vernünftig ansteuert. Hm, ein bisschen Bums soll das Kerlchen ja schon haben, also erst mal vier Turnigy D3530/14 1100KV Brushless Outrunner Motor  bei HobbyKing zum Testen bestellt. Dazu ein paar Regler, die auch alle anderen Alternativen von Motoren schlucken, falls ich mich umentscheide: Turnigy Multistar 30 Amp Multi-rotor Brushless ESC 2-4S (OPTO). Warum OPTO? Hier half mir die Erfahrung verschiedener Forenmitglieder, die Empfehlung ging eindeutig zu einem getrennten Stromkreis zwischen Regler/Motoren und dem Mainboard um Spannungsschwankungen auszugleichen und bei einem Abrauchen des stromführenden Reglers nicht gleich den Kontakt zu wertvoller Hardware zu verlieren. Hierzu hab ich mir einfach ein UBEC bei Ebay gezogen, zufälligerweise auch von Turnigy, aber für kleines Geld mit der Wahl zwischen 5 und 6V Ausgabespannung und integriertem Summer bei Spannungsabfall. Außerdem ab Start alles drauf, was der Kleine zur Auswertung braucht, also drei-Achsen Gyros, Beschleunigungssensor und ein Barometer. GPS? Immer gut. Schließlich soll er auch wieder nach Hause finden, wenn ich schon zu doof bin die Kiste zu steuern. 😉  Die Webseite von Hobbyking war eh schon offen, also gleich mal das “Anfängerset” MultiWii PRO Flight Controller w/MTK GPS Module bestellt. So, Schluss mit trockenem Text, hier mal die ersten Bilder der oben genannten Hardware:

Regler, Motoren, Mainboard, GPS und diverse Kabel im ersten Paket.

Links im Bild auch gleich die Arme und der vierte Motor montiert auf einem solchen mit schicker Alu-Druckguss-Halterung.

Sieht für den Anfang recht edel aus.

Das Board von Black Sheep ist auch angekommen. Ein bisschen Lötarbeit und jede Menge Schrauben.

Ok, mal Spaßeshalber zusammenlegen. Mal schauen wie der “Kleine” später ausschauen wird…

 

Also ran an den Speck, Lötkolben zücken und Werkzeug herbei, jetzt geht es an den Zusammenbau der Grundkomponenten. Die Regler beziehen ihren Strom direkt von der Discovery Platine, feine Sache. Werden also angelötet. Das Mainboard hat die üblichen Löcher zur Befestigung und passt somit in die Mitte des Frames. Die Regler will ich ebenfalls auf dem/im Frame, damit der Schwerpunkt möglichst nah in der Mitte liegt. Daneben noch den Spannungswandler und schon sieht die Sache gar nicht so schlecht aus:Damit wäre also der Hauptteil elektronischer Art auf dem Board erledigt. Jetzt hab ich natürlich Arme bestellt, die nicht für den Frame gedacht sind, also beginnt jetzt der Handwerkliche Teil der Anpassung und Vervollständigung. Dank der Hilfe von Max aus unserem Verein…… haben wir den sogenannten “Motor-Mounts” von Turnigy ein paar kleine “Beine” aus einem Alurohr verpasst, die in Verbindung mit einer jeweils zurechtgesägten 3mm Gewindestange den Armen einen vernünftigen Halt in den vorgegebenen Bohrlöchern des TBS-Frame den nötigen Halt geben. Nach Fertigstellung sieht das Ganze dann so aus:Natürlich habe ich bei meinen Laienhaften Recherchen nicht gesehen, dass die Bohrungen der oben und unteren Platine des TBS-Frames unterschiedlich ausgelegt sind. Somit hat sich bei dem Zusammenbau eine kleine Hürde ergeben, die Dank fachmännischer Versenkung verschiedener Schrauben und dem Anpassen der Alurohre durch Max excellent gelöst wurde.

Wird die Ganze Geschichte nun zusammengefriemelt und in “flugfähige” Form gebracht, so ergibt sich vorerst dieses Bild.Im nächsten Teil, geht es dann um die Steuerung, sprich Fernbedienung, die Kalibrierung der Platine und dem Hochladen der ersten Programms, damit der Kleine auch in die Luft kommt…

 

„Papas Notizblog“ bald auch als App erhältlich?

Dank des Tips von Kollege Carsten Knobloch gibt es Papas Notizblog jetzt auch als App. Wie das? Nun, schaut Euch mal die Seite AppYet.com an. Dort ist es möglich seine eigene Webseite – in meinem Fall funktional WordPress – innerhalb weniger Sekunden quasi in eine App zu verwandeln. Die .apk zur Installation auf Eurem Smartphone befindet sich in Kürze im Google Market. Aber der Reihe nach, ich beschreibe Euch mal kurz, wie das Ganze funktioniert:

1. Geht auf die Seite http://www.appyet.com/. Dort gibt es die Möglichkeit, sich gegen entsprechende Gebühr entweder eine individuell angepasste App auf Grundlage Eurer Webseite zur Erstellen oder – wie in meinem Fall vorerst zu Testzwecken – kostenlos das Gratismuster in Anspruch zu nehmen.

2. Wir nehmen im Beispiel die Gratis-App und klicken einfach auf „Get Started“. Dort muss für die App erst mal ein Name vergeben werden, unter dem der Nutzer diese dann auf seinem Smartphone identifizieren kann. Ein individuelles Icon/Symbol kann später noch hinzugefügt werden. Der Package-Name ergibt sich automatisch aus dem selbst gewählten Anwendungsname, ihr könnt diesen aber bei Badarf im 2. Feld noch ändern.

3. Wichtig jetzt: Im dritten Feld erwartet das Formular die Angabe Eurer Feeds-Adresse. Das heisst, ein aktiver Feed-Mechanismus sollte enthalten und aktiviert sein. Bei WordPress ist das fast automatisch mit dabei. Was Ihr genau beachten müsst kann man
z.B. hier: http://www.myblogtrainer.de/feedburner-einrichten-unter-wordpress-com/  nachlesen. Im Regelfall landet also so etwas wie „http://www.meinedomain.de/feed/“ in diesem Feld.

4. Wenn die Eingaben erfolgreich waren und die Engine die angegebenen Daten überprüft habt, dann landet ihr in der „Zusammenfassung“, die Euch jetzt noch erlaubt ein eigenes Icon hochzuladen, mit der die App zukünftig bei dem Anwender ausgestattet sein soll. Nach einem Klick auf „Save Changes“ setzt die Engine die Eingaben alle in die Tat um und mit „Submit“ oben rechts im Menü wird das Building und der Versand an Euch angestoßen. Wenige Sekunden später landet die fertige App dann bei Euch im Posteingang und ist bereit zur Installation auf dem Smartphone.

Alles in allem eine sehr nette Idee und wer sich an einem kleinen Werbebanner in der App nicht stört, kann so mit wenigen Handgriffen etwas sinnvolles Neues erschaffen… 😉

Viewcomb ViewPad 10S – Ein interessantes Tablet für wenig Geld…

Es ist da: Mein neues Spielzeug und zukünftiges „Ausprobier- und Bastel-Tablet“ das Viewcomb ViewPad 10S. Vorneweg: Es ist auch mein erstes eigenes Tablet, zwar hatte ich schon einige in den Fingern wie das iPad und das Archos 101 aber „nur um das ganze mal aus zu probieren“ waren mir die Dinger einfach zu teuer. Jetzt ergab sich durch den günstigen Preis von rund 200,- EUR bei Amazon, dass ich nicht mehr widerstehen konnte und nun wird das arme ViewPad 10S auf Herz und Nieren geprüft. Außerdem muss ich einfach zugeben, dass mir das schlichte Design und die klare Form sehr gut gefällt.


Was mir als erstes auffällt, ist das Display. Positiv: Die Farben sind wirklich nicht so schlecht wie in einigen Rezessionen zu lesen ist und die „durchschnittliche“ Auflösung von 1024×600 Pixel ist für die 10″ für den Anfang gut zu ertragen. Allerdings hat das Ding einen interessanten „Fehler“: Das Display – genauer gesagt die „Frontscheibe“ – scheint schlichtweg verkehrt herum montiert zu sein. Legt man das ViewPad vor sich auf den Tisch, ist der Blickwinkel schon so ungünstig, das es fast unlesbar wird. Dreht man die ganze Geschichte aber um 180 Grad, ist es ohne Probleme lesbar und sieht genauso schick aus, als wenn man genau von oben drauf schaut. Keine Ahnung wer auf diese komische Idee gekommen ist, aber da haben die Jungs in der Fertigung/Planung einfach einen entscheidenden Fehler gemacht, der (anscheinend) durch eine um 180 Grad gedrehte Montage hätte vermieden werden können. Was das Gewicht anbelangt, so kann man in dieser Preisklasse natürlich keine Rekorde erwarten, ebenso was die Tiefe des Gehäuses anbelangt, aber zu diesen Dingen wurde ja schon oft genug in diversen Blogs und Foren diskutiert. Für mich war der Prozessor (NVIDIA Tegra 2) wichtig um halbwegs aktuelle Rechenpower zu haben und das die Kiste eine Displaygröße von min. 10″ hat, denn alles andere macht für mich keinen Sinn.

Ausgeliefert wird das Pad aktuell mit Froyo, das heisst also mit der Android Version 2.2, bei der man am Design noch merkt, dass sie aus dem Smartphone-Bereich kommt. Immerhin muss ich zugeben, dass mich nach dem ersten Anschalten die Geschwindigkeit überraschte. Kein Ruckeln oder Zögern, alles fühlt sich gut an. Anscheinend existiert keine Kooperation mit Google, daher ist eine Verknüpfung mit einem bestehenden Google Konto im Auslieferungszustand nicht möglich und der Google Android Market schlichtweg nicht installiert. (Aber das war mir bekannt und ist einer der Punkte den ich noch bewusst in Angriff nehmen möchte…) Weiterhin fällt auf, dass zwar ein Back-Button oben am Gehäuse zu finden ist, allerdings kein Menü-Button. Zwar ist das nicht das einzige Modell mit dieser Eigenheit auf dem Markt, wie sich aber beim Testen zufällig ausgewählter Apps herausstellt, ist das ein riesen Manko, denn kaum eine App ist mit dieser Eigenheit vertraut und blendet die Menüleiste nach dem Starten einfach aus. Das hat zur Folge, dass in manchen Spielen ein Menüaufruf schlichtweg unmöglich war und es keine andere Chance gibt als das Programm zu beenden, neu zu starten und die gewünschten Optionen möglichst schon beim Starten im Spielmenü ein zu stellen. Also bitte liebe aktuelle Gehäusebauer: Gebt den Geräten einfach diese winzige Knöpfchen noch zusätzlich mit, denn nicht immer dominiert das Betriebssystem über eine App und dann steht man verdammt dumm da… 😉

Der letzte Punkt in dieser kleinen Hardware-Übersicht ist der USB-Anschluss: Auch hier eine interessante Alternative, denn ein USB-Anschluss ist zwar vorhanden, allerdings ist es ein Standart Typ A-Anschluss (für Laien: das ist der gleiche Anschluss wie z.B. auf der Rückseite Eurer PCs) Was bedeutet das wenn man sich die ganzen üblichen Kabel, die man im Laufe der Zeit zu Hause gesammelt hat mal anschaut? Richtig, es gibt in der Regel bei jedem Zuhause ein Typ A auf Mini z.B. für die Kamera, Typ A auf Micro z.B. für aktuelle Handy/Smartphones, Typ A auf  B z.B. für den Drucker oder maximal noch Typ A als Verlängerung. Aber fast keine Sau hat ein Typ A/A auf dem Schreibtisch liegen und in der Verpackung des ViewPad 10S leider ebenfalls nicht.


Ein Sprung in den nächstgelegenen MediaMarkt brachte mich diesbezüglich auch nicht weiter. Nicht nur, dass mir keiner glauben wollte, dass mein Tablett einen solchen Anschluss hat und eben NICHT einen MicroUSB, so ist ein solches Kabel schlichtweg im Sortiment nicht vorhanden. Also musste ich drei Tage warten, bis mir Amazon ein passendes USB Typ A/A Kabel in den Briefkasten legte.

Nun gut, soviel zum ersten Eindruck. Auch wenn sich die Geschichte nicht weltbewegend positiv anhört, so sind das alles Dinge mit denen ich leben kann und die mich – wie ja gewünscht – schon mal ein wenig gefordert haben. Der interessante Teil aber kommt jetzt erst, die Installation des Google Markets und der üblichen Google-Apps auf ein „fremdes“ Gerät, sowie die Installation von Honeycomb – also Android 3.2 in der Version von Legionaires ViewCOMB– auf dem kleinen Begleiter. Dazu aber mehr in den nächsten Artikeln…

Datenschutz vs. Internet – Die Angst vor… was eigentlich?

Kein Tag vergeht, an dem wir nicht vehement durch die Medien darauf aufmerksam gemacht werden, dass „böse Firmen“ im Internet unsere Daten sammeln und missbrauchen. Aber was heisst das eigentlich?

Versuchen wir den Gedankengang der „geklauten“ und missbrauchten Daten einmal nach zu vollziehen: Ich registriere mich also bei Facebook und tippe brav und unwissend meine persönlichen Daten in die geforderten Felder und füttere die Interessen mit allem was mich gerade beschäftigt. Zusätzlich füge ich noch meine ICQ, Twitter und Xing Profile mit ein. Dem Besucher offenbart sich jetzt bei völliger Privatsphären-Freischaltung ein komplettes Bild des Andy Rudolph aus Deutschland.  Und natürlich sind alle diese Angaben auf den Servern von Mark Zuckerberg. Jetzt ist wohl allen klar, dass ein Unternehmen wie Facebook irgendwie seine Stromrechnungen und wohl auch seine Mitarbeiter bezahlen muss, also schnappen sich schlaue Programme meine Daten und versuchen diese mit Werbung in Verbindung zu bringen, für dessen Präsentation Facebook ein gewisses Entgelt erhält um sich dadurch zu finanzieren. Und jetzt kommen wir an den ersten Punkt, an dem ein Aufschrei durch die Bevölkerung geht, dass man so etwas doch nicht tun dürfte. Wieso eigentlich nicht? ICH bin doch derjenige, der sich dazu entschlossen hat, seine Daten ins Netz zu stellen um die Möglichkeit der sozialen Netzwerke KOSTENLOS zu nutzen. Und eine Dienstleistung die man in Anspruch nimmt, muss man nun mal bezahlen, sonst wäre sie nicht tragbar und würde sehr schnell nicht mehr angeboten. Facebook macht also Geld mit meinen Angaben und blendet mir durch die Webanwendung am rechten Rand kleine Werbebanner ein – die auch noch auf mich zugeschnitten sind – anstatt von mir monatlich eine Gebühr für die Nutzung ihrer Dienstleistung zu verlangen. Ja und? Wo ist da jetzt der Missbrauch der Daten?
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